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Abnehmen ist eine Frage
der Energiebilanz
Waschbrettbauch und Bikinifigur - wer träumt
nicht davon, am Strand und im Schwimmbad eine gute Figur zu machen.
Auf zahlreichen Magazin-Covern räkeln sich gut gebaute Models
und im Fernsehen bekommen wir täglich athletische Schauspieler
präsentiert. Da kommt schon mal ein wenig Neid auf, wenn man
diese gestählten Körper sieht. Und zwangsläufig stellt
sich die Frage: wie machen die das nur? Nichts essen, FDH oder die
neue Brigitte-Diät? Das Geheimnis vom Schlanksein ist viel
einfacher.
Runter mit den Pfunden
Abnehmen ist kein Rätsel, das nur Promis
kennen, sondern schlichtweg eine simple mathematische Formel. Die
Energiemenge, die wir täglich im Ruhezustand verbrauchen, bezeichnet
man wissenschaftlich als Grundumsatz. D.h. unser Verdauungssystem,
unser Herz, das Gehirn und vor allem unsere Muskulatur verbrauchen
Energie. Den Grundumsatz eines Menschen kann man grob mit der so
genannten "Harris Benedict" Formel berechnen (siehe Kasten).
Um den tatsächlichen Grundumsatz zu bestimmen, müssen
eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden.
"Harris Benedict" Formel
Für Männer:
Grundumsatz [kcal/24 h] = 66,47 + 13,7 × Körpergewicht
[kg] + 5 × Körpergröße [cm] - 6,8 ×
Alter [Jahre]
Für Frauen:
Grundumsatz [kcal/24 h] = 655,1 + 9,6 × Körpergewicht
[kg] + 1,8 × Körpergröße [cm] - 4,7 ×
Alter [Jahre]
Zusätzliche Leistungen, wie Sitzen, Gehen, Sport oder geistige
Arbeit erhöhen den Grundumsatz. Man spricht vom Arbeitsumsatz.
Grundumsatz plus Arbeitsumsatz ergeben den Gesamtumsatz.
Nehmen wir mehr Energie in Form von Nahrung
auf, als vom Gesamtumsatz her benötigt wird, ergibt sich eine
positive Energiebilanz. Bei regelmäßiger Überernährung
werden diese überschüssigen Kalorien als Fettdepots im
Körper eingelagert. Wir nehmen zu.
Essen wir nur soviel, wie der Körper für
seine täglichen Leistungen benötigt, ist die Energiebilanz
ausgewogen; wir halten unser Gewicht.
Um Abzunehmen benötigen wir also eine
negative Energiebilanz. Dafür haben wir zwei Möglichkeiten:
Entweder steigern wir den täglichen Energieverbrauch des Körpers
oder wir reduzieren die Kalorienzufuhr. Im Idealfall kombinieren
wir beide Strategien. Erst wenn wir über einen längeren
Zeitraum eine negative Energiebilanz erreichen, greift unser Organismus
auf seine Energiereserven zurück. Das Ergebnis: Unsere Fettdepots
schmelzen.
Also doch hungern?
Jein. Bei extremem Übergewicht kann es
aus medizinischer Sicht sinnvoll sein, eine strenge Diät zu
halten. Im Zweifel sollten Sie einen Mediziner zu Rate ziehen -
ansonsten heißt das Rezept Nahrungsumstellung. Statt zu hungern
oder auf Lebensqualität zu verzichten, sollten Sie lieber Ihre
Ernährung auf gesunde Lebensmittel umstellen. Dabei ist die
Qualität entscheidend, nicht die Quantität.
Proteine, Bausteine des Lebens
Unsere Muskulatur ist der Motor, der uns in
Bewegung hält. Wer sich viel bewegt, nimmt seltener zu, als
träge Menschen. Denn Muskeln verbrennen Energie. Nicht nur
in Bewegung, auch im Ruhezustand halten Muskeln den Grundumsatz
hoch. Das bedeutet, mehr Muskulatur gleich höherer Grundumsatz.
Wer gezieltes Krafttraining betreibt, hat es also leichter, schlank
zu bleiben. Nicht nur, weil während des Training mehr Kalorien
verbraucht werden, sondern auch weil jemand mit mehr Muskelmasse
insgesamt mehr Kalorien verbraucht.
Um unsere Muskelmasse zu steigern müssen
wir regelmäßig Trainingsreize setzen und dem Körper
die richtigen Nährstoffe zuführen. Nach einer intensiven
Trainingseinheit beginnt der Körper mit der Regeneration und
schafft neue Reserven. Die Muskulatur wächst. Dafür werden
Proteine benötigt. Zudem haben Proteine auch noch einen weiteren
Vorteil: sie machen nicht so schnell dick, wie Fette oder Kohlenhydrate.
Proteine sind beispielsweise in Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchten
vorhanden.
Tipp: Wenn Sie den Protein-Anteil in Ihrer
täglichen Ernährung steigern, dann sorgen Sie dafür,
dass Ihre Muskelmasse erhalten bleibt oder zunimmt. Außerdem
reduzieren Sie ja gleichzeitig den Anteil an Kohlenhydraten und
Fetten, was sich wiederum positiv auf Ihren Körperfettgehalt
auswirkt.
Wen Sie von einer tollen Strandfigur träumen,
dann ist das nämlich die entscheidende Größe, die
es zu reduzieren gilt. Das Gewicht alleine ist keine objektive Messgröße,
denn Muskulatur wiegt mehr als Fett. Wer mit Hilfe einer Diät
abnehmen will, reduziert in den meisten Fällen zwar kurzfristig
sein Körpergewicht, aber die Fettreserven schrumpfen wesentlich
weniger, als gewünscht. Der messbare Gewichtsverlust auf der
Waage basiert vielmehr darauf, dass der Körper Wasser ausscheidet
und Muskeln abbaut. Ein Teufelskreis, denn weniger Muskulatur reduziert
ja den Grundumsatz!
Trainieren im Bereich der optimalen Fettverbrennung
In unserem Stoffwechsel laufen verschiedene
Prozesse zur Energiegewinnung ab, beispielsweise werden Fette aufgespalten
und verbrannt. Die Fettverbrennung ist ein kontinuierlicher Vorgang,
der laufend stattfindet und nicht von der Intensität einer
Belastung abhängt. Auch wird nicht automatisch Körperfett
verbrannt; schon gar nicht gezielt an den Stellen, an denen man
gerne abnehmen möchte. Bevor der Organismus auf seine Energiereserven
in Form von "Fettröllchen" zurückgreift, werden
zunächst freie Fettsäuren aus Blut, Muskel und Organen
verbrannt.
Der viel zitierte Fettverbrennungspuls besagt,
dass beim Ausdauertraining mit einer bestimmten Pulsfrequenz die
aus Fetten gewonnene Energie optimal ist. Das stimmt auch bedingt;
allerdings verbrennt die Muskulatur bei höherer Belastung trotzdem
mehr Energie. Und das ist ausschlaggebend für eine negativere
Energiebilanz. Zudem kommt es bei intensiveren Trainingseinheiten
zu einem längeren Nachbrenneffekt. Der Körper hat aufgrund
von Regenerationsarbeiten einen gesteigerten Stoffwechsel. Dieser
hält umso länger, desto anstrengender eine Belastung war.
Das wirkt sich wiederum auf die Energiebilanz aus. Letztendlich
ist eine negative Energiebilanz der Schlüssel zum Abnehmen
und nicht der Anteil der Fettverbrennung während des Trainings.
Denn die fehlende Energie gewinnt unser Organismus nach dem Training
aus dem Körperfettgewebe.
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